9. August 2018 (Do.) | Von: Katholisches Stadtdekanat Bonn | Pressestelle

Mariä Himmelfahrt: Kräutersegnung im Botanischen Garten

Open-Air-Gottesdienst – Dank für die Heilkraft der Kräuter – Segensfeier am Poppelsdorfer Schloss

BONN. Zum ersten Mal lädt die Citypastoral Bonn ein zu einem Open-Air-Gottesdienst im Botanischen Garten am Mittwoch, 15. August 2018 mit dem Kommissarischen Stadtdechanten Pfarrer Bernd Kemmerling. Es ist der Tag, an dem in der Katholischen Kirche das Hochfest Mariä Himmelfahrt gefeiert und Kräuter gesegnet werden. Auf dem Weg durch die üppige Gartenanlage gibt es Erläuterungen zu den Kräutern und Heilpflanzen, Gebete, Gesänge und Instrumentalmusik. Abschluss bildet die Segensfeier vor der Kulisse des Poppelsdorfer Schlosses. Dazu können die Teilnehmer eigene Kräutersträuße oder schon verarbeitete Kräuter (Tee, Salben, Arzneien etc.) mitbringen. Der Gottesdienst beginnt um 18.15 Uhr (Einlass 18.00 Uhr) am Eingang "Meckenheimer Allee 171" und wird eine gute Stunde dauern. Ein späterer Einlass ist aus organisatorischen Gründen nicht möglich. Die Teilnahme ist kostenlos. 


Maria und die Kräuter
Die "Kräuterweihe" an Mariä Himmelfahrt ist ein alter Brauch und beinhaltet den Dank für die heilenden und wohltunenden Pflanzen, die als Geschenk Gottes verstanden werden. "Die Heilkraft der Kräuter soll durch die Fürbitte der Kirche dem ganzen Menschen zum Heil dienen.", wie es in der Erläuterung im Segensbuch (Benedictionale) heißt. Und weiter: "Dieses Heil ist an Maria besonders deutlich geworden."


Marien-Fresko im Bonner Münster
Im Bonner Münster zeigt ein altes Fresko die Aufnahme Mariens in den Himmel. Es befindet sich in der Spitze eines Bogens im Hochchor. Man muss aber den Kopf heben und den Blick nach oben richten, um es zu sehen. Hier wird deutlich, welches Ziel gemäß christlicher Überzeugung das Leben hat: Nicht die Erde, sondern der Himmel ist die ewige Heimat. Das Bonner Münster ist wegen der Generalsanierung für die nächsten beiden Jahre geschlossen.


Botanischer Garten
Im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss und im Nutzpflanzengarten nebenan gibt es über 10.000 verschiedene Wild- und Nutzpflanzen aus der ganzen Welt zu entdecken. Die Botanischen Gärten sind nicht nur Touristenattraktion, sondern auch eine renommierte Forschungs- und Sammlungseinrichtung der Universität Bonn.

Personen
- Pfarrer Bernd Kemmerling, Kommissarischer Stadtdechant, Bonn
- Sebastian Stiewe, Katholische Citypastoral Bonn, Leitung
- Jasmin Obholzer, Grüne Schule der Botanischen Gärten, Botanikerin
Hintergrund: Mariä Himmelfahrt
Andere Bezeichnungen: Assumptio Beatae Mariae Virgines - Aufnahme Mariens in den Himmel - Mariä Himmelfahrt - Vollendung Mariens - Heimgang Mariens - Dormitio Beatae Mariae Virginis - Entschlafung der hochheiligen Gottesgebärerin - Entschlafung der hochheiligen Meisterin unser, der Gottesgebärerin (Entschlafung Mariens)

Der Überlieferung nach soll Maria, die Mutter Jesu, nach ihrem Tod direkt und leiblich in den Himmel aufgenommen worden sein. Wenn es in der Bibel hierzu nur Andeutungen gibt, wird das Ereignis in anderer christlicher Literatur (apokryphe Schriften) legendenhaft mit Parallelen zum Osterfest beschrieben. Dahinter steckt die Überzeugung, dass der tiefe Glaube und die innige Beziehung zu Christus ihr den Weg in den Himmel öffnete. Der Legende nach soll ihr leeres Grab den Duft von Blumen und Kräutern verströmt haben.
Das Grab Mariens befindet sich nach katholischer Überlieferung in Jerusalem auf dem Zionsberg. Darüber erhebt sich die Basilika der Dormitio-Abtei.

Im Volksmund wird das Fest auch "Mariä Himmelfahrt" genannt. Das Fresko im Bonner Münster zeigt doch eine andere Haltung: Maria steht dort mit erhobenen Hände und verdeutlich, damit ihre offene Haltung. Die Engel scheinen sie zu stützen und ihr unter die Arme zu greifen. Damit vollendet sich im Tod noch die unbedingte und unvoreingenommene Hingabe Marias an Gott. So wie Maria ihr Leben für Gott ganz und gar und mit Leib und Seele öffnete, öffnet Gott ihr das ewige Leben bei ihm.
 
"Historisch sichere Nachrichten über Ort, Zeitpunkt und Art ihres Todes existieren nicht", stellt Erzbischof Gerhard Ludwig Kardinal Müller in seinem Lehrbuch "Katholische Dogmatik" fest. Auch der katholische Katechismus kennt "kein direktes biblisches Zeugnis." Jedoch werden Schriftstellen daraufhin gedeutet:
 
- Erhebe dich, Jahwe, zu deiner Ruhestätte, du und deine machtvolle Lade. (Psalm 131,8) - Gottes Haus auf Erden, die aus unverweslichem Holz gefertigte Bundeslade, ist der Typus des unverweslichen Leibs Mariens.
- Wer ist die, die heraufsteigt aus der Wüste, auf ihren Geliebten gestützt? (Hoheslied Salomons 8,5)
 - Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel sichtbar. (Offenbarung des Johannes (11,19)
- Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. (Bibel, Offenbarung des Johannes 12,1)
 
Dafür gibt es umso ausführlichere und legendärere Berichte in den Apokryphen (jüdische und christliche Schriften aus der Zeit zwischen 400 vor und 200 nach Christus, die nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden).
 
Der Glaube an die leibliche Aufnahme Mariens in dern Himmel ist seit dem 6. Jahrhundert bezeugt und wurde 1950 von Papst Pius XII. zum Dogma erhoben: "Wir verkünden, erklären und definieren es als einen von Gott geoffenbarten Glaubenssatz, dass die makellose Gottesmutter, die allzeit reine Jungfrau Maria, nach Vollendung ihrer irdischen Lebensbahn mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde." (Apostolische Konstiution Munificentissimus - Der unendlich freigiebige Gott)
 
Papst Paul VI. fasste das Glaubensgeheimnis von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel so im Credo des Gottesvolkes vom 30. Juni 1968 zusammen: "Verbunden in einer ganz innigen und unauflöslichen Weise mit dem Geheimnis der Menschwerdung und Erlösung, wurde die allerseligste Jungfrau, die unbefleckt Empfangene, am Ende ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen und – in Vorausnahme des künftigen Loses aller Gerechten – ihrem auferstandenen Sohne in der Verklärung angeglichen."

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