Zehn Jahre „Aktion Neue Nachbarn/Bonn“ im Erzbistum Köln
„Alles begann mit einer Weihnachtskarte…“
Rund 60 Gäste feierten am Mittwoch, 11. Dezember 2024, im Haus Mondial zehn Jahre „Aktion Neue Nachbarn/Bonn“ (ANN). Zuvor waren alle in der Bonner Münsterbasilika zur Heiligen Messe zusammengekommen. Hauptzelebrant des Gottesdienstes war Pfarrer Regamy Thillainathan, Regens des Priesterseminars im Erzbistum Köln.
Nach einer Begrüßung durch Caritas-Vorstand Mark Keuthen sprach Oberbürgermeisterin Katja Dörner ein Grußwort. „Die ‚Aktion Neue Nachbarn‘ hat auf ganz besondere Weise gezeigt, wie Menschen in unsere Stadtgesellschaft aufgenommen werden können und wie sinnstiftend und erfolgreich eine gute Zusammenarbeit vielfältiger Akteurinnen und Akteure sein kann, um dies gemeinsam zu erreichen. Bei allen, die die Aktion initiiert, umgesetzt und damit viele Menschen in unserer Stadt aufgenommen haben, möchte ich mich im Namen der Stadt Bonn herzlich bedanken, so die Oberbürgermeisterin im Haus Mondial
Konstanze Nolte und Verica Dominic-Bernards, Integrationsbeauftrage im Katholischen Stadtdekanat Bonn und des Bonner Caritasverbandes erinnerten in ihrer Rede an die Anfänge der Aktion Neue Nachbarn. So begann alles mit einer Weihnachtskarte, die es auch in die Tagesschau schaffte mit dem O-Ton: „Mit einer Weihnachts-Karte ruft der Kölner Kardinal Rainer Woelki dazu auf, Flüchtlinge willkommen zu heißen.“
Die Karte mit der einfachen Botschaft „Öffnet Eure Herzen“ lag in allen Kirchen des Erzbistums aus und zeigte ihre Wirkung schnell. Menschen engagierten sich, weil sie durch die täglichen Nachrichten von Krieg, Flucht und Vertreibung v.a. in Syrien zutiefst berührt wurden. Nicht zuletzt auch durch eigene Erfahrungen älterer engagierter Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg.
Den hauptamtlichen Integrationsbeauftragten sowie den vielen ehrenamtlichen Unterstützern und Unterstützerinnen war schnell klar, dass Integrationsarbeit zum einen stimmungsabhängig und zum anderen vor allem „kein Sprint, sondern ein Marathon“ ist.
Die ANN im Erzbistum Köln ermöglichte es den Kirchen-Gemeinden, aber auch kleinen kooperierenden Initiativen vor Ort in den letzten zehn Jahren weitgehend unbürokratisch die neuen Nachbarn willkommen zu heißen. Geld für niederschwellige Sprachkurse, Koordinierungsstellen vor Ort, das „Machermobil“ der Katholischen Jugendagentur hier in Bonn für Umzüge, Geld für Willkommenscafés und Freizeitangebote… vieles war und ist möglich geworden.
Die ANN hat vielen den Blick geweitet. Sie hat schnell erkannt, dass Netzwerke das Allerwichtigste sind und so wurden in großer Geschwindigkeit Verbindungen über alle Konfessions- und Stadtteilgrenzen geknüpft – mit Sportvereinen genauso wie mit Kultureinrichtungen oder auch mal der Orts-SPD.
„Der Wind für das Engagement für Geflüchtete wird rauer aber wir hoffen sehr, dass wir in der ANN weiter von Köln unterstützt werden und uns hier in Bonn gegenseitig stützen und motivieren, diese Arbeit fortzusetzen. Aus dem vorher beschriebenen Marathon wird aufgrund der Umstände vielleicht ein Ironman“, so Nolte und Dominic-Bernards dankbar in Richtung aller haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden.